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Testone und Dicken
In der zweiten Hälfte des 15. Jhs. kommen in Italien, der Schweiz und Süddeutschland größere Silbermünzen im Gewicht um 9 Gramm auf, die in Italien Testone, in den deutschsprachigen gebieten meist Dicken genannt werden. Sie stellten eine neue gehobene Schicht von Zahlungsmitteln dar, deren Stempel sorgfältig geschnitten wurden und mit anspruchsvollen Bildern, versehen waren. Mit lebensnahen Münzporträts zeigen sie, daß der Geist der Renaissance auch auf den Münzen Einzug gehalten hat.
Am Ende des Mittelalters
Neben die einfachen Münzen des Geldverkehrs traten im Laufe des 15. Jh. in Europa die Kategorien besonders werthoher Münzen und von Münzen mit Repräsentationsauftrag. Künstlerisch ansprechende Bilder, Sorgfalt des Stempelschnitts und der technischen Herstellung zeichnen sie aus. Eine besondere Rolle spielte dabei der persönlich an der Münzprägung interessierte Erzherzog Sigismund der Münzreiche von Tirol (1439-1496) und die von ihm 1477 in Hall/Tirol gegründete Münzstätte. Dort ist 1486 der Taler „erfunden“ worden, und bis ins 17. Jh. war Hall der technisch führende Münzbetrieb Europas.
In den Jahrzehnten um 1500 entstand das moderne Nominalsystem, das neben Gold und Kleingeld auch grosse und grössere Silbermünzen mit abgestuften, zueinander in einem festen Wertverhältnis stehende Münzsorten ausbildete. Ausgangspunkt war die Prägungen von Äquivalenten des Goldguldens in Silber (Guldiner, später: Taler), zu denen sich Teilwerte (Testone oder Dicken) gesellten. Der Batzen als dritte neue Münze bildete das Bindeglied zu den den alten Schillingwährungen und fügte sich als sogenanntes "Brückennominal" in das neue System ein. Diese Entwicklung erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte zwischen etwa 1480 und 1540.